Das Linux Terminal ist nicht nur ein sehr effizientes Tool zum Arbeiten, man kann damit sogar einiges an Spaß haben. Auch wenn Linux Nutzer nicht unbedingt die lustigsten Menschen der Welt sind, gibt es doch einige interessante und lustige Terminal-Programme oder einfach kleine, aber sehr nützliche Funktionen.
Ich habe insgesamt 13 kleine Anwendungen zusammengesucht, von bekannteren wie die Steam Locomotive bis zu verborgenen telnet Games. Ergänzungen gerne per Kommentar. Ansonsten wünsche ich viel Spaß!
(Getestet mit der APT Paketverwaltung von Debian / Ubuntu, funktioniert aber sicher auch mit yum und pacman oder ist in den Weiten des Webs auffindbar.)
1. Matrix Effekt
Wer die Matrix Filme* kennt und liebt, wird mit dem Programm cmatrix sicher Freude haben. Zum Installieren einfach apt-get install cmatrix eintippen.
2. Steam Locomotive
Wer eine Dampflokomotive über sein Terminal fahren lassen möchte, sollte apt-get install sl installieren. In einer kurzen Animation fährt die Bahn über das Terminal.
PS: #GDL
3. Text Adventure dunnet
Ein kleines Textadventure im Terminal wird mit dem Editor emacs mitgeliefert. Nach der Installation sudo apt-get install emacs gibt man zum Start des Adventures emacs -batch -l dunnet in das Terminal ein. Basierend auf dem Prinzip von trial and error muss man Befehle eintippen und versuchen im Spiel voran zu kommen.
4. Star Wars Episode 4 im Terminal
Ja, man kann sich Star Wars* Episode 4 im Terminal anschauen, und zwar den kompletten Film! Allerdings wird hier nicht über nebulöse Webseiten ein Flashfilm heruntergeladen, sondern man ruft den Film im ASCII Format über die Fernverbindung telnet ab. Um dem Film zu starten, muss man lediglich telnet towel.blinkenlights.nl in das Terminal eintippen und schon startet der Film (Internetverbindung vorausgesetzt!).
5. Ein sprechender Computer
Das Programm espeak, welches mit apt-get install espeak installiert werden kann, spricht eingetippte Sätze mit menschlicher einer Computerstimme. So lässt sich beispielsweise ein bedeutendes Zitat ganz neu entdecken:
espeak „That’s one small step for a computer, but one giant leap for mankind.“
6. Bild als ASCII Art
Wer seine jpgs oder pngs gerne in ASCII Art sehen möchte, kann dies mit dem Programm asciiview tun. Zur Installation muss man dafür apt-get install aview eintippen, anschließend kann man man per asciiview /pfad/bild.jpg -driver curses das Bild als ASCII im Terminal sehen. Wenn man das Argument driver curses weglässt, wird das Bild in einem neuen Fenster geöffnet und kann auch in der Größe dynamisch verändert werden.
7. Random Identity Generator
Wer schnell eine Fake-Adresse in den USA benötigt (um beispielsweise auf US-only Google Dienste zugreifen zu können etc.) oder einfach nur Spaß daran findet, der kann mit rig zufällige amerikanische Adressen erstellen. apt-get install rig bringt es auf den Conputer, mit rig wird eine Adresse erstellt. Über man rig findet man noch einige interessante Parameter.
Wer andere Adressen erstellen möchte, kann die Source Dateien des Programms ändern. So sind – mit einer Menge Handarbeit – auch andere Adresstypen möglich.
8. Kalender im Terminal
Wer den aktuellen Tag vergessen hat, kann einen ausführlichen Kalender im Terminal anzeigen lassen. Mittels cal wird der aktuelle Monat angezeigt. Mit verschiedenen Parametern kann man bestimmte Anzeigen bekommen:
-y zeigt den Kalender für das aktuelle Jahr
-2020 zeigt den Kalender für das Jahr 2020 an
-10 2020 zeigt nur den Oktober des Jahres 2020 an
-j zeigt nicht das Datum des Tages, sondern der wievielte Tag des Jahres ein Datum ist
9. Simple HTTP Server ohne Konfiguration
Manchmal arbeitet man an einer größeren HTTP Webseite und möchte sie sich ansehen, doch man hat auf seinem Computer keinen Webserver installiert. Um dieses Problem innerhalb einer Sekunde umgehen zu können, wird mit Python das Programm SimpleHTTPServer mitgeliefert. Zum starten wechselt man mit dem Terminal an den Ort, welches der root des Servers sein soll und tippt dann python -m SimpleHTTPServer 8000 ein. Jetzt kann man mit dem Webbrowser über localhost:8000 auf den Server zugreifen und bekommt im Terminal sogar noch die Anfragen des Browsers angezeigt. Toll!
10. Die externe IP Adresse herausfinden
Die interne IP bekommt man dank ifconfig ziemlich einfach heraus, jedoch kennt der Computer nicht die externe IP, mit der man im Internet surft. Hierzu gibt es zahlreiche Webseiten – eine davon kann man auch über das Terminal verwenden.
curl ipecho.net/plain; echo mit diesem Befehl wird eine Webseite aufgerufen, welche nur die eigene externe IP anzeigt, curl zeigt diese Adresse an und das echo filtert noch ein ASCII Symbol hinter der IP Adresse heraus. Somit hat man als Ergebnis schlicht seine externe IP.
11. Telnet Online Rollenspiel Aardwolf
Im Online-Spiel Aardwolf wird eine Spielewelt angeboten, welche man mit einem selbsterstellten Charakter bereisen kann. Man kann seinen Charakter aus 28 verschiedenen Klassen, verschiedenen Rassen und verschiedenen Gilden auswählen und kann dann alleine oder in Gruppen gegen das Böse kämpfen. Das gesamte Spiel ist dabei textbasiert, was schon ziemlich beachtlich ist.
Mit telnet aardmud.org kann man auf den Server zugreifen und seinen Charakter erstellen oder laden. Allerdings muss man beachten, dass sämtliche Eingaben über telnet unverschlüsselt ins Netz wandern! Bei der Wahl seines Passwortes und andere Eingaben sollte man dies stets bedenken.
Wenn man die telnet Sitzung beenden möchte, tippt man Strg + Alt Gr + 9 (bzw ]) und Enter ein, gefolgt von dem Befehl quit und Enter. Auf aardmud.org findet man sämtliche Informationen zum Spiel.
12. Weitere telnet Games
Ohne näher auf die Spiele einzugehen noch eine kleine Auflistung anderer telnet Spiele. Manchmal muss man ein wenig herumprobieren, da nicht alle Spiele eine perfekte Erklärung bieten.
- telnet zombiemud.org
- telnet achaea.com
- telnet mud.darkerrealms.org 2000
13. Pinguine auf dem Desktop
Mit dem Befehl xpenguins fallen einige Pinguine in den Bildschirm und laufen auf Fenstern oder am unteren Desktoprand herum. Manche lesen dabei ein Buch, andere fahren Skateboard. Mit xpenguins -s verwandelt sich der Mauszeiger dabei in eine Pistole, mit der die Pinguine in den zurück in den Himmel geschickt werden können. Gibt man xpenguins -n 50 wird die Anzahl der Pinguine auf 50 festgelegt.
Ja, das macht echt Spaß!
Quellen: tecmint.com, ubuntuusers.de, binarytides.com, tutsplus.com, mewbies.com
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